Freiwilligen-Agentur Bremen
Projekte / Lesezeit

Lesezeit

Erwachsene Frauen und Männer gehen als Lesehelferin oder Lesehelfer in Bremer Grundschulen, um dort die Schülerinnen und Schüler beim Lesenlernen zu unterstützen.

DIE NÄCHSTE INFO-VERANSTALTUNG FINDET AM 30. JAN. 2017 UM 10 UHR STATT!

Parallel zum Unterricht ziehen sie sich mit einem oder zwei Kindern zurück, um mit ihnen in einem separaten Raum das Lesen zu üben und das Textverständnis zu verbessern. Lesehelfer und Lesehelferinnen schenken den Kindern Zeit, sie hören geduldig zu, ermutigen, korrigieren, loben und motivieren. Sie erklären die Bedeutung von unbekannten Wörtern, und sie diskutieren mit den Kindern die Inhalte der gelesenen Texte.
Unsere Lesehelferinnen und Lesehelfer freuen sich auf diesen wöchentlichen Termin in ihrer Klasse. Die Grundschulkinder spüren diese Freude und sie genießen die ungeteilte Aufmerksamkeit ihrer Lesehelferin oder ihres Lesehelfers. Die gemeinsame Lesezeit ist bei den Schülerinnen und Schülern sehr beliebt. Sie kommen gerne, wie Adiza: „weil ich noch besser lesen lernen will“ und „weil ich hier neue Wörter lerne“.

Von der Projektidee bis heute

Lesehelfer
Die Ergebnisse der ersten PISA-Studie haben den Anstoß gegeben. Freiwillig Engagierte der Freiwilligen-Agentur Bremen haben nach Möglichkeiten gesucht, dem schlechten Abschneiden der Bremer Schülerschaft entgegenzuwirken. Ein Freiwilligenteam hat mit Unterstützung durch die Leitung der Freiwilligen-Agentur die Projektidee entwickelt, Widerstände und Vorbehalte aus dem Weg geräumt, Strukturen geschaffen, Schulen, Lehrkräfte und Behörden mit ins Boot geholt und die Finanzierung gesichert.
 
Lesendes Kind
Im Jahr 2005 war es dann so weit: Das Projekt Lesezeit ging an den Start. In dieser ersten Projektphase waren 5 Schulen, 30 Lesehelfer und ca. 600 Grundschulkinder beteiligt. Im Laufe der Jahre kamen weitere Schulen hinzu. Zweimal jährlich wurden neue Lesehelfer und Lesehelferinnen auf ihren Einsatz in den Schulklassen vorbereitet.

Finanzielle Unterstützung gab es anfangs vom Bundesfamilienministerium, seit 2007 unterstützt uns die Senatorin für Bildung, Wissenschaft und Gesundheit.
Mit rund 300 Lesehelferinnen und Lesehelfern (80% Frauen, 20% Männer) und 45 beteiligten Bremer Grundschulen ist die Lesezeit längst ihrem Projektstatus entwachsen.
 

Zehn Jahre Lesezeit – und wir suchen weitere Lesehelferinnen und Lesehelfer!

Lesendes Kind
Dreihundert engagierte Lesehelferinnen und Lesehelfer, das sind zwar viele Unterstützer, aber immer noch zu wenig. Wir suchen nach wie vor Freiwillige, die sich engagieren möchten. An den Schulen, mit denen wir bereits erfolgreich zusammenarbeiten, gibt es nach wie vor Bedarf, vor allem aber bei neuen Schulen.
 

Was macht eine Lesehelferin / ein Lesehelfer genau?

Die Lesehelferin/der Lesehelfer geht in der Regel einmal in der Woche an einem festgelegten Tag für zwei Unterrichtsstunden in die Schulklasse. In Absprache mit der Deutschlehrerin/dem Deutschlehrer liest sie/er parallel zum Unterricht in einem separaten Raum mit einem oder zwei Kindern. Nach ca. 15 bis 20  Minuten Lesetraining gehen diese Kinder in den Unterricht zurück, und ein anderes Kind dieser Klasse kommt zum gemeinsamen Lesen.

Lehrkraft und Lesehelfer sprechen sich ab, welche Kinder in die Lesezeit kommen und welche Texte gelesen werden. Überhaupt ist die zuständige Deutschlehrerin die wichtigste Ansprechpartnerin für die Lesehelfer.
Mittlerweile haben viele Lesehelfer/Lesehelferinnen mit der zuständigen Lehrkraft gut funktionierende Teams gebildet, die seit Jahren erfolgreich zusammenarbeiten und die Kinder von der ersten bis zur vierten Grundschulklasse begleiten.

Viele unserer Lesehelferinnen und Lesehelfer besuchen ihre Schulklasse nicht nur zum wöchentlichen Lesetraining. Sie nehmen auch teil an: Schulveranstaltungen, Ausflügen, Theaterbesuchen, Bastelstunden...
 

Woher weiß ich, ob ein Engagement als Lesehelfer / Lesehelferin für mich das Richtige ist?

Lesehelfer
Die Frage, ob eine pädagogische Ausbildung vorausgesetzt wird, kann eindeutig mit NEIN beantworten werden. Wichtig ist, dass Sie gerne mit Kindern arbeiten, die erforderliche Geduld aufbringen und die abgesprochenen Termine zuverlässig wahrnehmen. Natürlich können Sie auch außerhalb der Schulferien Ihren Jahresurlaub nehmen. Sollten Sie allerdings mehrmals im Jahr während der Schulzeit verreisen, dann raten wir von einem Engagement als Lesehelfer / Lesehelferin ab.
 

Wie werde ich Lesehelfer / Lesehelferin?

Wir legen sehr viel Wert auf eine gute Vorbereitung unserer Lesehelfer / Lesehelferinnen. Jeweils am Anfang des Jahres und im Herbst bieten wir einen zehnstündigen Vorbereitungskurs  an. Vorab laden wir alle Interessierten zu einer Informationsveranstaltung ein. Hier stellen wir unser Konzept vor, geben einen Überblick über Inhalte und Ablauf unseres Vorbereitungskurses und beantworten noch offene Fragen.
Die Vorbereitungsphase schließt ab mit einer Hospitation in der Schule. Erst wenn Sie vor Ort erste Erfahrungen gesammelt haben und einschätzen können, was da auf Sie zu kommt, entscheiden Sie sich für oder gegen ein Engagement als Lesehelfer bzw. Lesehelferin.
Die Teilnahme an unserem Vorbereitungskurs ist Voraussetzung für die Vermittlung an eine Schule. Wenn Sie zu unserer nächsten Informationsveranstaltung eingeladen werden möchten, schreiben Sie uns eine Mail über unser Kontaktformular oder rufen Sie uns an: 0421 - 34 20 80.
 
 
 
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