Gastbeitrag im Weser Kurier zur Debatte um Freiwilligendienste in der Bundeswehr

Andreas Rheinländer

sfd-Geschäftsführer Andreas Rheinländer: "Mit der Verbindung des Begriffs der Freiwilligkeit und des Militärs wird zusammengebracht, was nicht zusammengehört"

2. August 2020 - Vor neun Jahren wurde die Bundeswehr von einer Wehrpflicht- in eine Freiwilligenarmee umgewandelt. Jetzt soll es ein zusätzliches Angebot für diejenigen geben, die nur mal kurz zur Bundeswehr wollen: Unter dem Motte "Heimatschutz" plant Verteidigungsministerin Annette Kramp-Karrenbauer einen Freiwilligendienst in der Bundswehr - "Dein Jahr für Deutschland". 

Andreas Rheinländer, Geschäftsführer der unserer Nachbar-Abteilung im sfd, den Jugendfreiwilligendiensten, kommentiert die Pläne in einem Gastbeitrag für den Weser-Kurier: "Kramp-Karrenbauers Freiwilligenjahr im militärischen Kontext (...) bietet eine gute Gelegenheit, daran zu erinnern, dass es gut eingespielte, bundesweit von Zehntausenden genutzte Freiwilligenformate bereits gibt. Im FSJ, FÖJ, FSJ-Sport und im Bundesfreiwilligendienst engagieren sich junge Menschen zumeist direkt nach der Schule in sozialen, kulturellen und ökologischen Einrichtungen. Sie werden in ihrem Selbstverständnis nach zumeist nicht 'für Deutschland' aktiv, sondern für andere, für die sie Verantwortung übernehmen."

Und: "Mit ihrem Projekt verletzt die Verteidigungsministerin die zivile Grundidee der Freiwilligendienste, die sich in Ergänzung und aus dem Zivildienst heraus als Alternative für Kriegsdienstverweigerer entwickelt haben." Anstatt ein neues Format zu installieren, das niemand braucht, wäre es sinnvoll, Bestehendes zu fördern: "Es ist dringend zu empfehlen, die Rahmenbedingungen der Freiwilligendienste aller Sparten zu verbessern. Eine Aktion zur grundlegenden Aufwertung und Förderung ist mehr als an der Zeit. Dazu gehören Image-Kampagnen, aber auch handfeste Verbesserungen wie die Einführung eines kostenlosen Freiwilligen-Tickets. Politikerinnen und Politiker, denen das Engagement wirklich am Herzen liegt, sollten zivilgesellschaftliche Initiativen stützen und dazu beitragen, dass der Freiwilligendienst gesamtgesellschaftlich eine größere Wertschätzung erfährt."

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