"Öffentliche, zivilgesellschaftliche Kritik und bürgerschaftliches Engagement als Impulsgeber für den Wandel"

Klimastreik FAB

Jan-Hendrik Kamlage über Fridays for Future und den Globalen Klimastreik am 20.09.2019

Unser Vorstandsvorsitzender Jan-Hendrik Kamlage hat aufgeschrieben, warum die Freiwilligen-Agentur Bremen und unser Dachverein sfd sich am globalen Klimastreik am 20. September beteiligen.

Momentan erleben wir das Aufbrechen eines Generationenkonflikts. Die unausgesprochene Verpflichtung der Elterngeneration, die Erde in einem Zustand zu hinterlassen, der den kommenden Generationen die gleichen Chancen auf ein glückliches Leben ermöglicht, scheint an ein Ende gekommen zu sein. Dieser Vertrag ist durch den Raubbau an der Natur und durch die kapitalistische Ausbeutungslogik einseitig gebrochen worden. Die Grenzen des Wachstum werden für alle spür- und erlebbar. Irreversible Schäden erleben wir schon jetzt: schmelzende Gletscher in der Arktis, das Auftauen der Permafrostböden in Russland, der Temperaturanstieg, der dramatische Rückgang der Regenwälder, die Zunahmen von Extrem-Ereignissen wie Hitzewellen, Starkregen und Stürme.

Unsere repräsentative Demokratie kommt an diesem Punkt an ihre Grenzen. Regierungen und Parlamente sind gut in der Kompromissbildung zwischen Status-quo-Interessen und der friedlichen Lösung von Konflikten. Aber es ist offensichtlich, dass die Politik große Schwierigkeiten damit hat, die Interessen zukünftig lebender Generationen zu erkennen und danach zu handeln. Noch schwieriger wird es, wenn unangenehme Lasten und Risiken neu oder umverteilt werden müssen. Der Ausstieg aus der Kernenergie und dem Kohleabbau verdeutlicht dieses Problem.

Die Schüler*innen und jungen Menschen haben verstanden, dass sich Politik und Gesellschaft in einem hohen Maß gleichgültig gegenüber ihrer Zukunft verhalten. Dies klagen sie an – durch zivilen Ungehorsam. Und zwar völlig zurecht.

Entscheidungen, die Lasten und Veränderungen bedeuten, werden von einer Regierung zur nächsten weitergegeben und von einer Wahlperiode zur nächsten geschoben. Die Politik der langsamen Kompromissfindung und des Verschiebens von unangenehmen Entscheidungen auf zukünftige Generationen muss ein Ende haben - die Zeit wird knapp. Öffentliche, zivilgesellschaftliche Kritik und bürgerschaftliches Engagement als Impulsgeber für den Wandel helfen, Entscheidungen zu beschleunigen. Der Protest der Schülerinnen und Schüler fungiert als Motor der Entwicklung und treibt die Politik vor sich her. Der sfd unterstützt diesen Protest und ist solidarisch mit der Fridays-for-Future-Bewegung.

-- Jan-Hendrik Kamlage (1. Vorstandsvorsitzender sfd Bremen)

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Freiwilligenagentur Bremen