
Am 17. September 2025, von 9 bis 16.30 Uhr
Wie Freiwilligenprojekte zu Orten für Begegnung und Zusammenhalt werden können
Der Abgesang auf die Demokratie und den gesellschaftlichen Zusammenhalt wird rauf und runter gesungen. Doch sind wir wirklich so unüberbrückbar gespalten? Bewegen wir uns alle nur noch in unseren Bubbles und Echokammern? Was ist es eigentlich genau, das uns trennt, und – die noch wichtigere Frage – was hält uns dennoch zusammen? Wie gehen wir mit unseren Unterschiedlichkeiten und Widersprüchen um? Und wie öffnen wir uns für andere Meinungen und Perspektiven, mit denen wir bislang wenig Berührungspunkte hatten?
Diese Fragen sind nicht nur gesellschaftlich, politisch oder psychologisch interessant, sondern gerade auch für die Arbeit mit Freiwilligen in Vereinen und Initiativen von Bedeutung. Nicht umsonst wird gerade in letzter Zeit der Ruf nach sogenannten „Dritten Orten der Begegnung“ laut, Orten, an denen Menschen mit unterschiedlichen Beweggründen, Ideen und Weltanschauungen zusammenkommen, um gemeinsam etwas zu schaffen und mitzugestalten. Freiwilligenarbeit scheint hier geradezu prädestiniert, Verbindungen und Brücken zwischen unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen zu bauen.
Doch wie sieht das in der Praxis aus? Wie kommen wir miteinander ins Gespräch und ermöglichen Austausch und Diskussion – unter der Prämisse gegenseitigen Respekts und dem Versuch des Zuhörens und Verstehens, ohne eigene Werte und Machtverhältnisse aus dem Blick zu verlieren? Wie ist es möglich, zu „Bubblecrashern“ in konflikthaften Zeiten zu werden?
Thomas Köcher, Leiter der Landeszentrale für politische Bildung, wird mit seinem Impulsvortrag „Raus aus der Bubble!“ den Fachtag eröffnen. Anschließend werden wir in verschiedenen Workshops diese Fragen diskutieren und gemeinsam in den fachlichen und praxisbezogenen Austausch gehen.
Der jährliche Fachtag für Freiwilligenkoordinator*innen richtet sich an alle Bremer*innen, die mit Freiwilligen arbeiten, sich in kollegialer Atmosphäre austauschen und neue Impulse für ihre Arbeit gewinnen möchten. Der Fachtag ist die zentrale, jährliche Veranstaltung für alle, die in Bremen mit Freiwilligenarbeit befasst sind.
Zeit:
Mittwoch, 17. September 2025, 9 bis 16.30 Uhr
Ort:
LidiceHaus (Weg zum Krähenberg 33a, auf der Werderinsel)
Teilnahmegebühr:
Hauptamtliche Freiwilligenkoordinator*innen zahlen 40 Euro. Freiwillige 15 Euro.
Catering:
Für eine vollwertige Verpflegung ist gesorgt.
Anmeldung:
Die Anmeldung erfolgt online über dieses Formular: Anmeldung zum 18. Fachtag für Freiwilligenkoordinator*innen.
Ablauf:
- 8.45 Uhr - Ankommen & Eintragung in Wunsch-Workshops
- 9 Uhr - Begrüßung durch die Moderatiorin Nuria Fischer
- 9.30 - Impulsvortrag von Thomas Köcher (Landeszentrale für politische Bildung). Im Anschluss Fishbowl-Diskussion mit Workshopleiter*innen
- 10.30 Uhr – Kaffeepause
- 10.45 Uhr - 1.Workshop-Runde
- 12.30 Uhr – Mittagessen
- 13.30 Uhr - 2. Workshop-Runde (+ Kaffee & Kuchen)
- 15.30 Uhr - Kaffeepause
- 15.45 Uhr - Auswertung & Feedback
- 16.30 Uhr - Ende der Veranstaltung
Workshop-Angebote:
Workshop 1: Visionswerkstatt – gemeinsam dritte Orte der Begegnung schaffen (Laura Brachmann, LAGFE)
Wie schaffen wir neue Orte der Begegnung von Menschen, die sich sonst nicht begegnet wären? In der Visionswerkstatt geht es kreativ zu: Gemeinsam visionieren die Teilnehmende mögliche Methoden, Kooperationspartner und Formate für die eigene Organisation oder auch für die gemeinsame Umsetzung im Netzwerk. Und vielleicht entstehen dabei Ideen, die nicht nur auf dem Papier bleiben wollen.
Workshop 2: Streiten aber richtig – wie wir Konflikt lernen können (Kathrin Klug, Freiwilligen-Agentur Bremen)
Konflikte entstehen oft dann, wenn wir unsere eigene „Bubble“ verlassen und auf andere Perspektiven treffen. Im Workshop lernen Teamleitungen und Projektkoordinatorinnen, wie sie durch eine gute Feedbackkultur sinnvolle Konflikte erkennen, nutzloses Streitpotenzial vermeiden und konstruktiv moderieren können. So wird Konfliktfähigkeit zur Chance für persönliche Entwicklung und für Wachstum im Team.
Workshop 3: Mit zielgruppenspezifischem Marketing neue Freiwillige gewinnen (Sylvia Schikker, SOS-Kinderdorf)
Wenn wir Freiwillige auch außerhalb unserer „bubble“ (dt. Blase) erreichen wollen, braucht es eine zielgruppenspezifische Analyse – denn je genauer wir wissen, wen wir suchen, desto besser können wir unsere Kommunikation darauf abstimmen. Mit Hilfe von kreativen und anwendungsorientierten Methoden entwickeln die Teilnehmenden ein Grundgerüst für die Ansprache von Menschen, von denen sie vielleicht noch gar nicht wussten, dass sie sie suchen.
Die Veranstaltung wird durchgeführt vom Paritätischen Bremen, der Diakonie Bremen, der Landesarbeitsgemeinschaft Freiwilliges Engagement (LAGFE) und der Freiwilligen-Agentur Bremen – und wird u. a. durch den Bremer Qualifizierungsfonds (BQF) mit Mitteln der Senatorin für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration unterstützt.