Neuer Freiwilligensurvey: Bremen engagiert sich

Cover des 6. Freiwilligen Surveys

Der Hauptbericht des 6. Deutschen Freiwilligensurveys ist erschienen

Wir haben uns die Ergebnisse genauer angesehen. Sie zeigen: Freiwilliges Engagement bleibt stark – und Bremen steht im Vergleich gut da. Gleichzeitig wird deutlich, wo Engagementförderung ansetzen muss.

Bundesweit engagieren sich 36,7 Prozent der Menschen ab 14 Jahren freiwillig – rund 27 Millionen Menschen. Gegenüber 2019 ist die Engagementquote leicht gesunken (2019: 39,7 %). Gleichzeitig engagieren sich viele Aktive intensiver, und die große Mehrheit möchte ihr Engagement fortsetzen.

Der Freiwilligen-Survey erscheint seit 1999 alle fünf Jahre und wird vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) in Auftrag gegeben.

Große Engagementbereitschaft

Besonders interessant: Viele Menschen, die sich derzeit nicht engagieren, wären grundsätzlich dazu bereit. 41 Prozent der Nicht-Engagierten können sich vorstellen, innerhalb der kommenden zwölf Monate ein freiwilliges Engagement aufzunehmen. Bei den 14- bis 29-Jährigen sind es sogar 66 Prozent.

Die entscheidende Frage ist deshalb nicht nur, wie Menschen für Engagement motiviert werden können. Entscheidend ist, ob Menschen passende Zugänge und Möglichkeiten finden und ob sich das Engagement mit ihrem Alltag vereinbaren lässt.

Engagement schafft Begegnung und Zusammenhalt

Freiwilliges Engagement bringt Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen, Lebensentwürfen und Hintergründen zusammen. In Vereinen, Initiativen, sozialen Einrichtungen oder Nachbarschaften entstehen Orte, an denen Menschen gemeinsam Verantwortung übernehmen, sich begegnen und Gesellschaft konkret mitgestalten.

Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Polarisierung und eines Erstarkens rechtsextremer und menschenfeindlicher Positionen gewinnt diese integrierende Funktion aus unserer Sicht zusätzlich an Bedeutung. Engagement kann Räume schaffen, in denen Unterschiede ausgehalten, Gemeinsamkeiten erlebt und demokratische Werte im Alltag praktisch gelebt werden.

Und Bremen?

Im Land Bremen sind 37,9 Prozent der Menschen ab 14 Jahren freiwillig engagiert. Damit liegt Bremen über dem bundesweiten Wert von 36,7 Prozent und auch über dem bundesweiten Wert für städtische Räume von 35,8 Prozent.

Mehr als jede dritte Person engagiert sich also freiwillig. Für eine vielfältige Stadtgesellschaft ist das mehr als eine Zahl: Engagement schafft Begegnungen über soziale, kulturelle und generationelle Grenzen hinweg und stärkt damit das soziale Miteinander.

Engagement braucht passende Bedingungen

Die Ergebnisse zeigen zugleich: Engagementbereitschaft allein scheint nicht das Problem zu sein. Zeit ist der wichtigste Faktor, wenn Engagierte darüber nachdenken, ihre Tätigkeit einzuschränken oder aufzugeben. Gewünscht werden unter anderem mehr Austausch, gute organisatorische Bedingungen, fachliche Unterstützung und zeitliche Flexibilität.

Zudem sind die Zugänge zum Engagement weiterhin ungleich verteilt. Gute Engagementförderung muss deshalb unterschiedliche Lebenslagen berücksichtigen, Barrieren abbauen, Orientierung bieten und Menschen dabei unterstützen, ein Engagement zu finden, das zu ihren Interessen und ihrem Alltag passt.

Viele Detailergebnisse liegen bislang nur für Deutschland insgesamt vor; eine vertiefte Auswertung nach Bundesländern ist angekündigt.

Fest steht schon jetzt: Freiwilliges Engagement ist in Bremen stark. Diese Stärke gilt es zu erhalten und für möglichst viele Menschen zugänglich zu machen. Denn in einer Zeit, in der gesellschaftliche Konflikte schärfer werden und rechtsextreme und menschenfeindliche Positionen an Sichtbarkeit gewinnen, sind Räume für Begegnung, Mitgestaltung und gemeinsames Handeln besonders wichtig.

Für die genauen Zahlen und alle Details: Den 6. Freiwilligen-Survey können Sie auf dem Publikationsportal der Bundesregierung herunterladen: PDF des 6. Freiwilligen-Surveys

Eine Zusammenfassung der zentralen Ergebnisse finden Sie hier: PDF der zentralen Ergebnisse des 6. Freiwilligen-Surveys

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